';

England Radtour Teil IV: Wales

Icon_RL_NWOS
Wales
Icon_KM
192 km
Icon_Schwierigkeit
2 Tage

Von Cardiff nach Swansea

Nach Cardiff nahmen wir wieder den Zug, nachdem wir in Bristol übernachtet hatten. Nach einer kurzen City-Tour durch die Hauptstadt von Wales ging es erst einmal 20 km am Ufer des „River Taff“ entlang. Dort wartete natürlich der  nächste Berg auf uns…

Mit dem Rad durch Cardiff
Mit dem Rad durch Cardiff
Blick vom Berg bei Llantrisant
Blick vom Berg bei Llantrisant
Englisch und Walisisch
Englisch und Walisisch

Da wir nun aber gut im Bergfahren trainiert waren…schoben wir wieder fleissig bergauf. Die Belohnung: eine fantastische Aussicht auf die Hügellandschaft. Und ein abgelegener Radweg, der uns mitten durch Schafweiden führte. Zu unserem Glück fuhren wir fast den restlichen Weg nur noch bergab, was uns einige Kilometer einbrachte.

Berg bei Blackmill
Berglandschaft bei Blackmill

Wales war merklich anders als Südengland. Die Städtchen wie Tonyrefail und Brynmenyn waren eher schlichte Wohnstädte, vieles stand sogar leer. Trotzdem fanden sich auch sehr schöne Fleckchen, wie zum Beispiel das Margam Castle, von dem wir leider nur den Schlosspark gesehen haben. Dieser war aber alleine schon sehr beeindruckend.

Häuser am Schlosspark Margam Castle
Häuser am Schlosspark Margam Castle
Schlosspark Margam Castle
Schlosspark Margam Castle
Weg zur Küste
Weg zur Küste

Kurz nach dem Schlosspark dann der absolute Kontrast: Ein riesiges Industriegebiet an der Küste in Port Talbot. Wie man hier sieht, wird wohl in Wales gearbeitet und in Südengland Urlaub gemacht. Typische Arbeitergegenden und wenig „Schmuck am Nachthemd“.

Industriegebiet Port Talbot
Industriegebiet Port Talbot

Hier hatten wir tatsächlich auch das erste Mal auf der Reise ein kurzes mulmiges Gefühl, als wir einen Blick in die Seitenstraßen warfen. Einladend war definitiv anders. Wir waren sehr gespannt auf unser Autobahn-Hotel, was sich dann aber als totaler Glücksgriff herausstellte.

Hinterhöfe in Port Talbot
Hinterhöfe in Port Talbot
Umgebautes Hafengebäude in Swansea
Umgebautes Hafengebäude in Swansea
Swansea Bay
Swansea Bay

Swansea war gar nicht so schlimm, wie wir es uns dann vorgestellt hatten. Eine Mischung aus Hafengebäuden und neuem Schick. Aber mit schöner Wasserlage und dem Radweg direkt an der Küste. Der führte uns auch an merkwürdigen öffentlichen Gebäuden vorbei, die uns ein wenig an den DDR-Style erinnerten. Die Waliser stehen scheinbar auf diese merkwürdigen grauen Kiesel-Platten an ihren Häusern…

Verwaltungsgebäude Swansea
Verwaltungsgebäude Swansea (Vorbild: DDR Plattenbau?)

Nächstes Ziel: Fähre nach Irland

Unser ambitioniertes Ziel: von Swansea aus den 4er-Radweg entlang zur Fähre nach Pembroke. Was wir nicht eingeplant hatten, wir mussten zwei Flussmündungen komplett umfahren, da es keine Brücken oder Fähren gab. Dabei entdeckten wir aber immerhin beim Suchen einer Abkürzung tolle Ruinen von alten Gutshäusern und Schlössern.

Swansea Strand
Swansea Strand
Kleine Stadt mit leerstehenden Häusern
Kleine Stadt mit leerstehenden Häusern
Altes Gutshaus
Altes Gutshaus

Kurz vor Ferryside kamen wir sogar noch an der uralten Bilderbuch-Kirche „St. Ishmaels Parish Church“ aus dem 15. Jahrhundert auf einem Hang an der Küste mit sehr alten, sehr gruseligen Grabsteinen vorbei. So stellt man sich mystische Orte in England vor. Hier will man aber auch auf keinen Fall abends eine Panne haben… Irgendwie dachten wir, dass wir wenigstens an dem Abend noch runter zur Küste kommen würden. Aber was wir nicht wussten, vor uns lagen mal wieder ein paar Berge. Mit der Hoffnung, dass es nach dem Anstieg dann nur noch bergab gehen würde, versuchten wir es aber noch.

St. Ishmaels Parish Church
St. Ishmaels Parish Church

Dummerweise war es schon ganz schön spät mittlerweile und die Bergdörfer doch etwas gruseliger als erhofft. Als dann die Sonne schon anfing unterzugehen (und uns ab und zu freilaufende Hunde von irgendwelchen Farmen verfolgten), entschlossen wir uns noch bis ins nächste Dorf zu fahren und dort beim nächsten Bed & Breakfast zu klingeln. So kamen wir nach St. Clears, einem eher unauffälligen Dorf irgendwo im Nirgendwo.

Irgendwo auf einem Berg vor St. Clears
Irgendwo auf einem Berg vor St. Clears
Alte Kirche in St. Clears
Alte Kirche in St. Clears
Der Garten unsers B&B
Der Garten unsers B&B

Wir hatten Glück. Wir klingelten einfach um halb zehn beim einzigen Bed & Breakfast welches auch noch ein Zimmer für uns frei hatte. Auf den Schreck gingen wir erst einmal ins Pub, immerhin unser letztes englisches. Auch hier das gleiche Erlebnis: wir betraten das kleine Dorf-Pub und alle redeten sofort mit uns. Erzählten, wie es so ist im Dorf zu leben und wir erzählten von unserer Tour. Hatten wir schon erwähnt, dass die Engländer die nettesten Menschen der Welt sind?

Ab auf die Fähre - Tschüß England, Hello Irland!

Da die Fähre von Pembroke nur ein Mal am Tag zu einer vernünftigen Uhrzeit fuhr und wir jetzt keiner Kilometerangabe mehr trauten, nahmen wir zur Sicherheit den Zug und hatten dort noch ein wenig Zeit für einen Kaffee.

Fahrräder in der Bahn nach Pembroke
Fahrräder in der Bahn nach Pembroke
Unsere Fähre nach Irland
Unsere Fähre nach Irland
Auf der Fähre
Auf der Fähre

Die Fähre braucht von Pembroke (UK) bis Rosslare (IR) ca. 4 Stunden, bietet aber diverse Kaffees und Aufenthaltsräume. Man kann sogar ein Zimmer buchen. Wir bezahlten 96€ zu zweit mit Fahrrädern. Die Preise ändern sich aber je nach Auslastung und Saison. Besonders die Hafenausfahrt aus Pembroke ist selbst schon ein Highlight. Da das Schiff eine ganze Weile an der Küste entlang fährt, sieht man viele alte Festungsanlagen und Schiffe.

Blick von der Fähre auf die Klippen von Pembroke
Blick von der Fähre auf die Klippen von Pembroke
Fast wie eine Kreuzfahrt...
Fast wie eine Kreuzfahrt...

Die Strecke

Start:
Cardiff
Ziel:
Pembroke Fähre
Wales
Empfehlen
  • Facebook
Share
Getagged in
Antwort hinterlassen