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Kein Zug zurück? Was wenn die letze Bahn ausfällt...

Was passiert eigentlich, wenn man nach einer Tagestour, weit weg von zuhause feststellt, dass kein Zug mehr zurück fährt?

Dass man vor der Tour oder wenigstens im Laufe des Tages klären sollte, wie und von wo man wieder zurück nach hause kommt sollte klar sein. Da man bei der Bahn häufig mit Bauarbeiten oder Umleitungen rechnen muss, sollte man einfach mal in der Mittagspause prüfen, wie weit man noch fahren kann, welcher Bahnhof in der Nähe ist und ob und wann der letzte Zug fährt.

Bei uns hat das eigentlich immer sehr gut geklappt, manchmal hatte man trotz schlechter Planung einfach nur Glück. Aber auf unserer Spreewald-Radweg-Tour  hatten wir das erste Mal so richtig Pech: die geplante Verbindung war komplett gestrichen.

Was war passiert?

Als wir wie geplant am Bahnhof in den Zug zurück stiegen ahnten wir noch nichts aber an der nächsten Haltestelle wurden alle Fahrgäste angewiesen auszusteigen. Ein Brand und damit ein Feuerwehreinsatz auf der Strecke führte zu einer Vollsperrung in Richtung Berlin. Es gab zwar einen Schienenersatzverkehr, aber nur mit Bussen. Da wir unsere Räder dabei hatten, durften wir nicht mit. Was aber machen? Es gab zwar noch eine spätere Verbindung zurück, die Chancen standen aber schlecht, dass der Brand bis dahin gelöscht würde. Nun standen wir da und kamen nicht mehr zurück.

Alternative Verbindungen suchen

Ruhig bleiben und Alternativen prüfen. Gibt es eventuell in der Nähre eine andere Bahnverbindung, die nicht betroffen ist? Wäre diese Verbindung mit dem Rad oder mit einer anderen Bahn erreichbar?

Bahnpersonal fragen

Unverzüglich an das Zugpersonal wenden. Die helfen gerne und wissen, welche Verbindung es alternativ für Fahrradfahrer geben würde.

Über eine Übernachtung nachdenken

Wenn gar nichts mehr hilft eine Übernachtung in Betracht ziehen. Meist ist das gar nicht so schlimm wie man denkt und kann auch ganz lustig sein. Die Bahn ist bei von ihr verschuldeten Ausfällen meist verpflichtet eine Unterkunft zu ersetzen, wenn man wirklich nicht mehr nach hause kommt.

Die Bahn erstattet Ausgaben

Die Bahn ist übrigens verpflichtet dafür zu sorgen, dass man nach hause kommt (oder irgendwo übernachten kann). Wenn man im Schienenerstzverkehr nicht mitgenommen wird, weil man ein Fahrrad dabei hat, gibt es auch die Möglichkeit ein Großraumtaxi zu organisieren. Die Bahn ersetzt meist die Ausgaben dafür. Dies sollte man aber mit dem Bahnpersonal absprechen.

Wie sind wir nun zurück gekommen? 

DB Bahnhof Cottbus - Fahrradmitnahme DB

Wir wussten vieles davon noch nicht, deshalb war unsere Rückfahrt mit der Bahn etwas abenteuerlicher. Es gab eine einzige letzte Verbindung über Cottbus, Frankfurt Oder und Erkner zurück nach Berlin. Das Personal der Bahn hat hier wirklich alles versucht um uns zu helfen und sogar die Anschlusszüge informiert, so dass diese auf uns warten konnten.

Da das alles ein ziemlicher Umweg war, waren wir erst nach 01 Uhr nachts in Erkner, um dort festzustellen, dass es von dort wegen Bauarbeiten ebenfalls nur einen Schienenersatzverkehr mit Bussen gab. Und dieser konnte uns, da es ein Reisebus war, ebenfalls nicht mit den Fahrrädern mitnehmen. Unsere Fahrräder in Erkner zu lassen und mit dem Bus zu fahren kam nicht in Frage, also fuhren wir los. Gott sei dank war es noch einigermaßen warm.

Nachts mit dem Fahrrad im Wald…

Womit wir nicht gerechnet hatten, waren die ziemlich dunklen Straßen in Erkner. Die waren aber nicht das Problem, als wir durch die erste Vorort-Straße fuhren, hörten wir zuerst nur merkwürdige Geräusche, bis uns dann plötzlich ein kleines Wildschwein fast vor die Räder lief. Dummerweise waren die dazugehörigen großen Wildschweine direkt daneben. Wir fuhren wahrscheinlich absolutes Rekordtempo, da wir erst mal von den Wildschweinen weg wollten. Kleine Wildschweine rennen übrigens ganz schön schnell.

Wir fuhren weiter und standen plötzlich vor einer Kreuzung, die in beide Richtungen als unbeleuchtete Landstraßen weiterging. Man kann sich nicht vorstellen, was eine Horde Wildschweine für gruselige Geräusche macht, wenn man sie nicht sieht. Wir fanden dann eine Straße, die wenigstens durch eine Leitplanke vom Waldrand abgetrennt war und waren sehr erleichtert, als wir die nächste Ortschaft erreichten. Nach einer kurzen Zwischenstation mit einem Nachtbus, der uns netterweise mitgenommen hatte, kamen wir irgendwann um 4 zuhause an.

Bahnhof mit dem Fahrrad in der DB

Wieder was gelernt: Wir hätten ein Taxi nehmen können!

Nach ausgiebiger Recherche fanden wir dann im Nachhinein heraus, dass wir uns für die Fahrt von Erkner nach hause hätten ein Großraumtaxi nehmen können. Die Bahn ist nämlich in so einem Fall  verpflichtet, die Heimfahrt irgendwie zu ermöglichen. Immerhin konnten wir uns sogar wegen der extremen Verzögerung die Rückfahrt erstatten lassen.

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